Immer wenn ich in einem anderen Land bin, liebe ich es, den Blick durch die Supermarktregale schweifen zu lassen und freue mich wie eine Schneekönigin, wenn es völlig andere Produkte gibt, die noch nicht dem Nestlé-Einheitswahn zum Opfer gefallen sind.
Natürlich ist hier vieles britisch angehaucht und nicht wirklich überraschend auffindbar aber meistens hat es dann doch noch eine eigene neuseeländische Note - und sei es auch nur ein Kiwi im Logo oder ein hervorgehobenes "Z" statt eines "S" auf der Verpackung.
Teil I: Brotaufstrich
Wir haben Boysenbeerenmarmelade und Lemon Curd entdeckt. Boysenbeerenmarmelade ist der Brombeermarmelade nicht unähnlich, darf man aber nich laut sagen, sonst ist Kikmann enttäuscht. Er liebt die Boysenbeeren sehr. Wir hatten mal sogar selbst welche im Garten. Da hätte ich nie die Chance gehabt Marmelade von zu kochen, denn die wurden immer gleich so direkt vom Strauch verputzt.
Also schreibe ich etwas über Lemon Curd. Lemon Curd erinnert ein wenig an das Eishörnchen von Cornetto in der Geschmacksrichtung Bottermelk und vermutlich ist die Herstellung ähnlich. Zitronencreme auf Toast schmeckt gar nich übel, wenn man es ganz dünn auf den Toast streicht. Naja ...vermutlich hätte ein kleinerer Becher auch gereicht, aber die haben hier fast nur Großfamilienpackungen. Da muss ich jetzt durch...
Sonntag, 6. März 2016
Frag nicht was Du für Dein Land tun kannst ... II
Öffentliche Toiletten. Überall. Mehr als genug. Gute Qualität. Regelmäßig gesäubert. Kenn ich so nicht aus Europa. Ach ja: auch noch kostenlos. Bei uns würde man ein Geschäft aus dem Geschäft der Touristen machen. Hier ist es Gastfreundschaft vermute ich mal.
Donnerstag, 3. März 2016
Oamaru - Dunedin oder "Papa, ist das ein Zoo?"
Die äußerst kurvenreiche Gurkerei hinaus auf den Zipfel der Halbinsel, die für große Wohnmobile ausserdem noch recht enge Straßen bereit hält, hat mich wirklich einige Nerven gekostet, so dass ich jetz beim Schreiben ein 'Boundary Road - Golden Lager' probiere, welches meine Nerven wieder beruhigt und außerdem ziemlich süffig ist. Heute ist es zum ersten Mal richtig warm geworden und ich hab mir natürlich gestern schon einen dollen Sonnenbrand aus Oamaru mitgenommen.
Auf der Halbinsel wollten wir eigentlich zuerst zur Sandfly Bay, die Straße dahin war aber leider gesperrt, also folgten wir der Umleitung direkt wieder auf die Küstenstraße zum Ende der Halbinsel. Das äußerste Ende der Halbinsel ist ein Felsen auf dem sich Königsalbatrosse niedergelassen haben. Die 60 minütige Tour mit kurzer Erklärung und Besuch der Aussichtsplatform war sehr informativ und wir sind den Albatrossen recht nah gekommen. Einige Jungtiere umkreisten den Felsen und es ist wirklich ein erhabenes Gefühl, dem riesigen Vogel beim Gleiten durch die Luft zuzusehen. Nachdem sie flügge geworden sind, verbringen die Vögel 5 Jahre auf See (!) zwischen Südamerika und Neuseeland und erst dann kehren Sie zum Geburtsort zurück um einen Partner zu finden - und lernen dann erst auf Land zu landen. Das erste Landen sieht demensprechend unbeholfen aus, das die Felsen und der Erdboden keine Landeanflugfehler verzeihen wie das Wasser. Auch hier gilt: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Ein kleiner Weg führte neben der Halbinselspitze zu einem kleinem Sand- und Felsenstrand an dem einige Seebären ('fur seals') rumgammelten oder sich um den besten Platz zum Dösen zankten. Zumindest sah es so aus. Noch nie sind wir einem Seelöwen oder -bären auf 5 Metern in freier Wildbahn nahegekommen. Es ist ein komisches Gefühl diese Tiere vor seiner Nase leben zu sehen, und Kip fragte 'Ist das ein Zoo, Papa ?'.
Nach einem kurzen Einkauf sind wir jetzt auf einem Campingplatz in Dunedin und werden heute Abend beschliessen wie es weiter geht - Te Anau und Milford oder direkt nach Queenstown. Der Familie fängt die Südinsel an ziemlich zu gefallen... Stay tuned !
Oamaru
| Unser dicker Campervan am Abgrund |
| So kann man geweckt werden |
Der starke Wind legte sich, aber das Rauschen der sich brechenden Wellen nahm nicht ab und begleitete uns durch die Nacht. Kip und ich waren zum Sonnenaufgang wach und ich nutzte die Gelegenheit den einmaligen Sonnenaufgang im Pazifik zu fotografieren.
| Einer der Teiche im Botanischen Garten |
Nach einem ausgiebigen Strandspaziergang und Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Oamaru. Unser Frischwasser war alle, ebenso musste das Klo geleert werden. Da es in Oamaru keine freie Dump-Station gibt und wir uns mal wieder unter einer richtigen (und geräumigen) Dusche waschen wollten, steuerten wir den 'Top 10' Campingplatz an, wo wir voll bezahlen mussten, obwohl wir planten gegen Abend den Campingplatz wieder zu verlassen um zum vornächtlichen Platz zurückzukehren. Für mich war es das erste Mal den "Service" am Wohnmobil durchzuführen, was aber prima geklappt hat.
Oamarus Botanischer Garten (kostenfrei) ist ein äußerst gepflegter Park mit wirklich extrem schönen Bäumen und anderen Pflanzen.
Als nächstes spazierten wir durchs historische Oamaru zum Steampunk HQ und besuchten dort die Ausstellung der Stücke die uA auch in Filmen mitgespielt hatten. Der Knaller war 'The Portal', ein Raum, komplett fugenfrei verspiegelt in dem LED-Lampen von der Decke hingen und zu spährischer Musik in verschiedenen Farben leuchteten, was einem das Gefühl total losgelöst von Raum und Zeit zu sein gab.
Für 2$ konnte man die Lok bzw. den Zeppelin vorm Haus zum Leben erwecken, mit Dampf und Feuer wie es sich für echte Steampunks gehört. Danach schlenderten wir noch durch die Stadt der auch einen Spielplatz in Steampunkthematik hat.
Ein Eis, eine Fleischpastete, ein Besuch in einem Hausbraubedarfsshop und einen Einkauf im Supermarkt später entschlossen wir uns einfach auf dem Campingplatz zu übernachten, da Kip einen Ausflug zu den Pinguinen zum Sonnenuntergang nicht mehr geschafft hätte.
Frag nicht was Du für Dein Land tun kannst ..
Dienstag, 1. März 2016
Akaroa - Oamaru
| Akaroa Touristenpier |
| Interessanter Baum |
| Bucht von Akaroa |
Nach einem Snack nach der Bootstour begannen wir eine lange Fahrt nach Oamaru - die Straßen sind gut, man kann auch mit dem Wohnmobil durchweg 90-100km fahren, allerdings liegen einige Orte direkt auf der Straße, so dass man immer mal wieder gebremst wird. Unzählige Schafe und Kühe säumten unseren Weg und nach einigen Stunden sind wir kurz vor Sonnenuntergang an unserem Ziel in Kakanui, kurz hinter Oamaru, angekommen. Wir stehen 2m von der Klippe zum Strand, unter uns tobt der Pazifik und der Wind rüttelt hin und wieder am Wohnmobil. Eine fantastische Aussicht aufs Meer ist die Belohnung für die Fahrt und morgen werden wir uns Oamaru widmen, eine Stadt die 3 Höhepunkte aufzuweisen hat: ein viktorianischer Ortskern, Pinguine und das Hauptquartier der Steam-Punks. An letzterem sind wir heute schon vorbeigefahren und sind mehr als gespannt was uns morgen dort erwarten wird ! Vielleicht haben die Steam-Punks ja richtiges Internet, so dass wir die Bilder hochladen können :)
| Wer stört ? Ach, wieder nur Touristen. Kannst Dich wieder hinlegen. |
| Öch wöss nöcht wös söll ös bödööötön.... |
| Lecker Fischfutter - Krill in rauen Mengen |
| Der erste Pinguin in freier Wildbahn |
| Kleinere Wellen störten das Erlebnis |
| Das Weiße ist keine natürliche Steinfarbe |
Christchurch - Akaroa
Nachdem wir heute morgen ja durch das Erdbeben früh wachgeworden sind und dann nicht mehr schlafen konnten, haben wir uns auch früh auf den Weg gemacht den Campervan in Empfang zu nehmen. Der Taxifahrer, der uns zur Abholsstation brachte erzählte uns, dass es in den letzten Wochen wirklich sehr heiss gewesen sei und dass die momentane Abkühlung recht willkommen sei. Ausserdem fragte er ob wir das Erdbeben mitbekommen hätten. Keine Ahnung wie stark das Beben am Valentinstag hier war, aber er setzte es in eine Reihe. Das Beben der letzten Nacht hatte eine Stärke von 2,7. Sie hätten seit dem großen Beben nun ein Paar Jahre Ruhe gehabt, sagte er. Man konnt espüren, dass die Menschen in Christchruch sich sorgen, ob es wieder schlimmer werden wird.
Nach einer kurzen Einweisung und Regelung der Formalitäten standen wir dann da - allein mit einem Campervan mit einem Lenkrad auf der rechten Seite in einem Land mit Linksverkehr. Aber was wäre ein Urlaub ohne neue Herausforderungen? Zu zweit meisterten wir den Weg zum ersten Supermarkt, in dem wir einen großen Grundeinkauf tätigten damit wir in den nächsten Tagen wirklich unabhängig sein können und damit das 'Freedom Camping' geniessen.
| Auch Franzosen haben mal was entdeckt |
Da uns Christchurch jetzt nicht so sehr begeistert hatte, nahmen wir Kurs auf Akaroa auf der Banks Peninsula. Die Strecke ist ca. 80km lang und hat es wirklich in sich. Sie ist teilweise sehr eng, dafür aber auch steil und kurvig. Linksverkehr, ein 5t und 7m langes Wohnmobil und diese Strecke - genau das Richtige für den ersten Tag ! "Wenn wir das hier heute überleben, dann brauchen wir uns vor nichts zu fürchten", sagte ich zu Tippnix in Anlehnung an Janoschs 'Panama' Geschichte, nachdem ich feststellte, dass 5t bergab ganz gut ohne Zutun beschleunigen.
| Die Promenade von Akaroa bei gar nicht so guten Wetter |
Das Wetter war heute sehr windig und recht kühl, nur kurz gab es kleinere Schauer. Akoroa selbst ist recht hübsch und klein mit Galerien und Kunsthandwerk sowie netten Cafés. Der Ort ist französisch angehaucht - nutzt seine französische Besiedlungsgeschichte. Dort bieten diverse Anbieter Touren zu Tierbeobachtung auf dem Wasser an. Nach einem kleinen Spaziergang und ein bisschen Fussball spielen fuhren wir zu unserem Übernachtungsplatz "French Farm", ein kleiner Grünstreifen neben dem Meer. Der Wind hatte sich bis zum Abend beruhigt und jetzt stehen wir mit dem Heck keine 20m von Pazifik entfernt - so hatte ich es mir vorgestellt !
| Freedom Camping at its best |
Der einzige Nachteil an diesen absolut überragenden Übernachtungsplätzen ist : kein Netz. Deshalb werden wir den Blog nur alle paar Tage updaten können.
| Unser "Schiff" |
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